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| Die besten Jahre |
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R: Marco Tullio Giordana, Italien 2003
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| mit Luigi Lo Cascio (Nicola Carati), Alessio Boni (Matteo Carati), Adriana Asti (Adriana Carati), Sonia Bergamasco (Giulia Monfalco), Fabrizio Gifuni (Carlo Tommasi), Maya Sansa (Mirella Utano), Valentina Carnelutti (Francesca Carati), Jasmine Trinca (Giorgia), Andrea Tidona (Angelo Carati), Lidia Vitale (Giovanna Carati), Camilla Filippi (Sara Carati), Claudio Gioè (Vitale Micavi)
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Ursprünglich hatte Regisseur Marco
Tullio Giordana eine TV-Serie konzipiert. Er verbindet ein
Gesellschaftsepos mit einer Familiengeschichte, das in zwei Teilen
insgesamt 366 Minuten dauert. Sein Film La meglio
gioventú beginnt in den 60er-Jahren, reicht bis in die Gegenwart
und versucht nichts weniger als eine Chronik der italienischen Nachkriegsgeschichte.
Er erzählt ohne Hast von der römischen Familie Carati, deren Harmonie
von den geschichtlichen Entwicklungen nachhaltig gestört wird. Die
Familiensaga ist mehr als nur ein komplexer Historien-Bilderbogen,
der politische Ereignisse wie Studentenrevolte, kommunistische Bewegung,
die Erschütterungen des Terrorismus, die Bekämpfung der Mafia oder
die gesellschaftlichen Umwälzungen der Wirtschaftsliberalisierung
auf die Leinwand bringt. Giordana zeigt, wie sich gesellschaftliche
Entwicklungen tief in die individuellen Biographien eingraben und
Identitäten formen. Natürlich drängt sich ein Vergleich mit Bertolucci's
1900 auf. Die zahlreichen feingeflochtenen Handlungsfäden des Films
laufen immer wieder bei den ungleichen Brüdern Matteo und Nicola zusammen.
Während Nicola durch Skandinavien trampt, als linker Student auf die
Barrikaden geht und sich schließlich als Psychiater für Patientenrechte
und die offene Psychiatrie einsetzt, geht Matteo zunächst zur Armee,
wird später Polizist und zieht sich immer mehr von Freunden und Familie
zurück. Zu den schönsten Momenten des Films gehören die Panoramaperspektiven
auf die sonnigen Metropolen Italiens und die Landschaftsidyllen der
Toskana und Siziliens. Doch immer wieder fügt Giordana als Kontrast
dazu quasi realistische Fernsehbilder vom italienischen Polithorror
in die Familiensaga ein: Die Opfer der Roten Brigaden, die Entführung
von Aldo Moro, die Mafiamorde an Richter Falcone. Die Familienidylle
ist so keine Kapitulation vor einer schlechten Gegenwart, sondern
eine typisch italienische Utopie, die Werte wie Brüderlichkeit und
Solidaridität gegen die Berlusconi-Kultur verteidigt.
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