Darwins Albtraum (OmU)   I back I
     
   
R: Hubert Sauper, F/Ö/B 2004

 
 

 
 
In Mwanza, einer Stadt in Tansania, dreht sich alles um den Fisch. Eigentlich heißt er Nil-Barsch, inzwischen wird er Viktoria-Barsch genannt, denn der gefräßige Räuber, einst im Viktoria See ausgesetzt, hat fast alle anderen Arten im zweitgrößten Süßwassersee der Welt verdrängt. Darwin’s Albtraum wird von der EU mit millionenschweren Subventionen noch angeheizt. Tonnenweise werden die Filets täglich per Flugzeug nach Europa exportiert. Vor allem russische Piloten sorgen mit klapprigen Chartermaschinen für den Abtransport der profitablen Delikatesse. Zurück kommen sie mit Waffen für die umliegenden Bürgerkriegsregionen. „Something is wrong“ lächelt der Fabrikbesitzer etwas verlegen und meint damit jenen singenden Plastikfisch auf seinem Schreibtisch, der keine Töne mehr von sich gibt. Die Szene ist so programmatisch wie symbolträchtig für diesen Dokumentarfilm des Österreichers Hubert Sauper. Mit nüchternen Interviews und teilnehmender Beobachtung gelingt dem Guerilla-Filmer mit seiner kleinen Kamera eine dramatische Darstellung der ungleichen Machtverhältnisse auf dieser Welt: wer auf der Wippe oben sitzt, braucht andere, die unten hocken.  
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