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Die Engel Damiel
und Cassiel treten als Beobachter der Welt, insbesondere von Berlin
auf. Sie können nicht in das Leben der Menschen eingreifen,
können sich ihnen nicht zu erkennen geben, ihnen jedoch neuen
Lebensmut einflößen. Der Wunsch, am Leben der
Sterblichen teilzuhaben, ist bei Damiel so groß, dass er
bereit ist, dafür auf seine Unsterblichkeit zu verzichten. Mit
einer antiken Ritterrüstung als Startkapital wird er in die
Welt geworfen. In einer Trapezkünstlerin, die sich scheinbar
von der Erdschwere löst, findet er sein Gegenstück.
Neben einer
Liebeserklärung an die Menschheit ist der Film eine
Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland
in den 1980er Jahren und mit der deutschen Geschichte.
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| Warum ein
Film mit Engeln?
Tja -- womit sonst? Ich wollte einen Film in
Berlin machen, das war der Ausgangspunkt überhaupt. Dann bin
ich dort herumspaziert und wußte nicht recht, über
wen ich in diesem Film erzählen sollte. Bei mir gibt es
eigentlich immer eine zentrale Figur, eine zentrale Blickweise,
über die ich den jeweiligen Film erzähle. Und in
Berlin ist mir keiner eingefallen.
Eines Tages habe ich auf meiner Suche nach einem
Helden »arbeitslose Schutzengel?« in mein Notizbuch
geschrieben. Aber zuerst hat mir diese Idee viel Angst gemacht, doch
sie ist ganz halsstarrig dageblieben und war nicht mehr aus der Welt zu
schaffen. Eines Tages habe ich dann den Peter Handke angerufen und ihm
erzählt, daß ich in Berlin einen Film mit Engeln
machen will und daß er mir dabei helfen müsse.
Wieso denn »arbeitslose
Schutzengel«? Schutzengel sind doch nie arbeitslos.
Doch, Schutzengel sind seit einiger Zeit
arbeitslos. Die Arbeit ist vom Auftraggeber gestrichen worden, indem er
sich mit unbekannter Adresse verzogen hat. Oder man kann
natürlich auch sagen, daß die Auftraggeber der Engel
die Menschen sind, das gibt es ja in allen Religionen, daß
Engel die Boten zwischen Menschen und Göttern sind. Und meine
Idee war, daß die Engel nun in einer Zeit leben, wo
eigentlich keine Botschaften mehr ausgetauscht werden. Ich dachte, das
sei eigentlich eine sehr schöne Metapher.
Heißt das, daß die gerne
wieder arbeiten würden?
Ja, sicher. Sie sind die ganze Zeit auf
Arbeitssuche, doch ihr Anliegen wird selten erhört. Als ich
den Schauspielern am Anfang erklärt habe, wie ich mir die
Rolle wünsche, hatte ich die Theorie, daß sie gerne
was tun würden, daß aber zuwenig Leute
überhaupt noch bereit sind, ihnen zuzuhören. Denn
natürlich ist der Engel eine Metapher, und unsere Metapher war
eigentlich die, daß jeder seinen Engel in sich hat -- ob man
ihn nun hört oder nicht hört. Die meisten
hören ihn nicht ...
DER HIMMEL ÜBER BERLIN trägt im
Nachspann eine Widmung. Kannst Du etwas dazu sagen? Da steht:
»Allen ehemaligen Engeln gewidmet, vor allem aber Yazujiro,
François und Andrej.«
Gemeint sind Ozu, Truffaut und Tarkowskij, und das
waren eigentlich immer so meine drei Erzengel. Das sind auch die drei,
wo ich mir bei diesem Film gedacht habe, daß ich mich auf
ihrem Territorium bewegt habe.
(Aus einem Interview mit W. W.
von 1987)
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